BuG NRW

Vor circa 10 Jahren entschied sich die Grundschule Günnigfeld, dem Netzwerk OPUS NRW – Bildung und Gesundheit beizutreten. OPUS NRW unterstützte Schulen, die gemeinsam an der gesundheitsförderlichen Gestaltung der gesamten Schule arbeiteten, um die Qualität von Gesundheit und damit auch nachhaltig die Bildungs -und Lebensqualität der Kinder zu verbessern.

Das Netzwerk Opus NRW wandelte sich dann in das Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“ BuG NRW, ein gemeinsames Programm der Landesregierung in Kombination mit diversen Krankenkassen. Ziel sollte die Unterstützung von Schulen und KiTas sein, sich zu guten gesunden Bildungseinrichtungen zu entwickeln. BuG geht davon aus, dass Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention aller Akteure in Schule und KiTa Voraussetzung für einen gelingenden Bildungsprozess sind (nachzulesen im Konzept BuG NRW).

Immer mehr Kinder leiden heute an chronischen Krankheiten, an psychischen und psychosomatischen Störungen (wie Hyperaktivität, Aggressivität, Essstörungen, Übergewicht etc.) sowie an Bewegungs – und Wahrnehmungsstörungen.

Die sozio – ökologische Entwicklung in unserem Stadtteil ist geprägt von zunehmenden Arbeitslosenzahlen sowie überdurchschnittlich vielen SGB II-Beziehern, Kindern aus „Patchworkfamilien“ und /oder anderen Familienstrukturen sowie Familien mit Migrationshintergrund.

Dazu kommt, dass Kinder in der heutigen Zeit wegen der stark geänderten Umweltbedingungen eine andere Entwicklung nehmen: Anreize und Möglichkeiten zur Bewegung sind nur eingeschränkt oder gar nicht vorhanden und es besteht eine Reizüberflutung, weil sich Aktivitäten in den Bereich der visuellen Wahrnehmung verlagern (z.B. Fernsehen und Computer). Auch sind die Meilensteine der kindlichen Entwicklung den Erziehungsberechtigten häufig nicht mehr vertraut. So können diese oft an den entscheidenden Stellen nicht angemessen handeln.

Deshalb ist Gesundheit an unserer Schule nicht ein Thema unter vielen, sondern mit der Schulentwicklung so eng verknüpft, dass eine wirksame und nachhaltige Verbesserung der Gesundheit und damit der Bildungsqualität aller Kinder in unserem Stadtteil erreicht werden kann.

Ziel der OGS Günnigfeld ist es, möglichst alle Kinder des Stadtteils mit ihren verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten (Stärken und Schwächen) aufzunehmen und anzunehmen (inklusiver Leitgedanke). Sie werden in ihrer Grundschulzeit individuell begleitet und gemäß ihren Möglichkeiten gefordert und gefördert. Alle Kinder lernen miteinander und voneinander an gleichen Themen mit verschiedenen Materialien. Die Kinder sollen befähigt werden, ihren Lebensalltag kompetent zu meistern, um so die Vorraussetzungen für eine erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe im Leben  mitzubringen (siehe auch Leitbild im Schulprogramm).

Ein gesundheitsförderndes Schulklima soll durch die bewusste Umsetzung des Leitbildes aller an der Schule beteiligten Personen (Lehrer, Förderschullehrer, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher und Therapeuten) erreicht werden.

Individuelle Förderung in heterogenen und jahrgangsgemischten Lerngruppen, kooperatives Lernen und schüleraktivierender Unterricht wirken sich nachhaltig auf eine gesunde Unterrichtsentwicklung aus.

Zusätzliche Programme wie „Gemeinsam Lernen mit Gefühl“ (siehe MindMatters im Schulprogramm) und das „Bensburger Modell der Streitschlichtung“ unterstützen das sozial – emotionale Lernen, „Schule kommt ins Gleichgewicht“ die motorische Entwicklung und im Programm „Lernen mit allen Sinnen“ (siehe auch Psychomotorik im Schulprogramm) werden Bewegung, Wahrnehmung und daraus resultierendes Handeln miteinander verknüpft und zur allgemeinen Entwicklungsförderung eingesetzt. 

Die OGS Günnigfeld versteht sich als gesundheitsförderlicher Lebensraum nicht nur für Kinder sondern für alle  an der  Schule beteiligten Personen.  Der Schulraum (einschließlich des Ganztagsbereiches) wurde bereits vor einigen Jahren nach funktionalen Gesichtspunkten in Lern, - Bewegungs – und Ruhezonen gestaltet. Rückzugsorte sowohl zum Lernen als auch zum Entspannen sollen im kommenden Jahr das Konzept ergänzen. Zusätzliche Fortbildungen werden die Lehrergesundheit in den Blick nehmen.

Regelmäßige Zusammenarbeit mit externen Gesundheitspartner wie Gesundheitsamt, Amtsarzt, Kinderärzten, Erziehungsberatungsstellen, Sportvereinen und Eltern dienen dem Austausch von Informationen und dem bewussten Umsetzen von Ratschlägen, um allen Kindern einen gesundheitsfördernden Lebensraum in Günnigfeld zu erschließen.